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Wie ich werde, obwohl ich schon bin.

Ich warte immer noch drauf, dass es passiert. Der große Knall. Der Graben. Es geht mir schon viel zu lange gut. Die Angst wird noch lange in mir wohnen. Niemand kann das so verstehen wie ich. Was ich gesehen und erlebt habe.

Wenn ich ins Büro gehe, habe ich Angst, dass jemand sagt, jetzt musst du gehen. Jedes Wort in jeder Konversation, ich überprüfe, hinterfrage mich, hast du jetzt das richtige gesagt, warst du zu unfreundlich, zu ungeduldig? Doch irgendwann werde ich müde zu überprüfen. Nur mal kurz loslassen. [Weiterlesen]

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Ein Ort voller Musik und Magie: das Dockville-Festival 2012 in Hamburg.

Dockville-Panorama Großschot

Wir sind bereits im dritten Jahr des Dockville-Festivals angekommen! Aber diese besondere Veranstaltung verliert irgendwie nie ihren Zauber und ihren Charme. Nach den Schlamm-Eskapaden im letzten Jahr gab es Sonne satt für alle und die Erkenntnis, dass man wohl für immer sein Herz an dieses Festival verloren hat, nachdem man so viel miteinander erlebt und mitgemacht hat.

Ich konnte dieses Jahr erst freitagsabends anreisen, weil ich arbeiten musste. Wegen einem Personenunfall zog sich meine Zugfahrt bis spät in die Nacht, was der Vorfreude aber keinen Abbruch tat. Carolin und ich sind mittlerweile Dockville-Profis und gingen das auch dieses Jahr wieder ganz entspannt an. Morgens gemütlich frühstücken, gemeinsam mit Inken nach Veddel mit der S-Bahn und dann mit dem Shuttle-Bus zum Festival auf der Halbinsel Wilhelmsburg. Die Gummistiefel konnten diesmal getrost zu Hause bleiben. Mit von der Partie war auch die liebe Kixka, auf die wir vor Ort stießen. Und so machte sich das Vierer-Mädelsgespann auf, das Dockville zu erobern 🙂[Weiterlesen]

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Zeigen wie das Leben ist: Videoproduktionen für Musiker Ben Howard von Astray Films.

Ich glaube fest daran, dass Inhalte, die für dich wichtig sind, dich finden. Du musst gar nicht nach ihnen suchen. Das Internet hat eine unbeeinflussbare Eigendynamik in der Hinsicht. Trotzdem hat es viel damit zu tun, auf welchen Seiten man sich aufhält, welchen Menschen man bei Twitter folgt.

Im Oktober wälzte ich den Feedreader. Dort fand ich eine Seite, die Videos empfahl. Darunter befand sich auch dieses abgefahren schöne Video „The Dark Side of The Lens“. Darin werden Surfer und Taucher porträtiert, wie sie mit der Kamera Höhlen, Felsen und Wellen auf beeindruckende Art und Weise und teilweise wirklich lebensgefährlich einfangen.

Die Firma die dieses Video gedreht hat heißt Astray Films und ist ein Zwei-Mann-Betrieb. Einer davon ist der Brite Mickey Smith. Die Handkameras die Astray verwenden sind wasserfest präpariert und fangen so unfassbare High-Quality-Bilder während des Surfens ein.

Von ihnen stammt auch die Surfer-Doku „Powers of Three“. Darin erzählen Surfer ihre Geschichten von draußen auf dem Wasser und umhertreibend auf dem rauen, britischen Land, mit seiner natürlichen Schönheit und seinem Charme. Ich kann und konnte dieses Video nicht vergessen.

Und auf deren Vimeo-Account stolpere ich zufällig über Ben Howard, dessen erste beiden Single-Auskopplungen seines ersten Albums „Every Kingdom“ sie auf beeindruckende Art und Weise filmerisch in Szene gesetzt haben. Authentizität ist das Stichwort. Diese Videos bilden die Geschichten in den Songs von Ben Howard eins zu eins ab und erzählen davon, wie das Leben ist: Manchmal traurig und dunkel, rau und voller Schatten, manchmal lebendig und natürlich und bunt und voller guter Menschen, die man seine Freunde nennen darf.

Astray vermeiden die sonst so typische Distanz zwischen Kamera und Künstler und stürzen sich einfach mit ins Vergnügen. So wird in „Keep your head up“ eine natürliche Rutsche aus Planen und Heuballen auf einem Hang gebaut, die in einem Teich endet. Und da schlittern und rutschen sie und alle schlechte Laune verpufft in der Atmosphäre! So erging es mir.

In einem sehr persönlichen Interview mit dem Surfer-Magazin Tide erzählt Ben Howard, wie er die Chance, bei Joss Stone im Vorprogramm zu spielen, absagte, um in seiner Heimat Devon in Südwestengland surfen zu gehen, weil die Wellen so gut waren. So einer ist er, und das ist gut.

Im November tourte Ben Howard in Deutschland und ich überlegte kurz, zum Konzert nach Köln zu gehen. Aus Zeitmangel klappte das jedoch nicht. Im April kommt er aber wieder, bestärkt durch die großartige Resonanz in Deutschland. EinsLive spielt ihn rauf und runter.

Die authentische Gitarrenmusik von Ben Howard in Verbindung mit diesen wunderbaren Videos erinnern mich an einen verborgenen Teil in mir, den ich manchmal vergesse. Der Teil, der die raue Natur liebt und den Wind und die Wellen und das Wasser. Ich liebe das alles. Ich liebe es im Regencape im Sturm zu stehen und die Natur mich berühren zu lassen und hin- und her zu werfen. Lebendig zu sein. Echt zu sein. Es gibt nichts was mich glücklicher macht. Nachts in den Sternenhimmel zu sehen und fasziniert zu sein von so viel Weite. Die Welt zu entdecken und Menschen kennenzulernen und die Dinge zu erfahren wie sie sind. Ich vermisse das sehr. Hier in der Stadt habe ich das nicht.

In „Highland Drifting“, dem Behind-the-scenes-Video zu „Promise“, erzählt Ben Howard von der Liebe zu der Heimat. Dort sieht man ihn und seine Freunde, wie sie sich wie kleine Kinder mit ihren Surfboards in die Wellen stürzen. Das Video ist neben vielen anderen unveröffentlichten auf dem Deluxe-Album von „Every Kingdom“ enthalten.

Schaut euch diese Videos an und lasst euch mitnehmen in die Schönheit der Natur und der Wellen und der Musik und macht mal eine Pause von dem hektischen, grauen Stadtleben. Mich haben sie sehr bewegt und nachdenklich gemacht.