Artikel

Die Wahrheit über Saarbrücken.

Was ich vor etwa einem Monat über meinen neuen Wohnort schrieb, war der Versuch, mir etwas schön zu reden, was nicht schön ist. Ich bin ohne jegliche Vorurteile nach Saarbrücken gezogen. Ich war hier ein, zwei Mal in der City shoppen, aber nie lang genug unterwegs, um den wahren Charakter dieser Stadt kennen zu lernen. Trotzdem bin ich ein Mensch, der stets behauptet, er könne in jeder Stadt das Schöne finden. Ein bisschen so, wie wenn man einmal an der Spree in der Sonne saß und findet, dass man jetzt in Berlin leben kann. Die Realität sieht meist nicht so sonnig aus.

Natürlich kann man nach einem Monat noch nichts über eine Stadt sagen. Aber ich kann das Gefühl vermitteln, das diese Stadt bei mir auslöst: ich fühle mich hier nicht wohl. Niemand möchte das gerne über seine Heimatstadt hören. Aber ich habe zum Beispiel noch nie jemanden sagen hören, er oder sie fühle sich in Bonn nicht wohl.

Woran liegt das?

Zuallererst ist es das architektonische Stadtbild. Saarbrücken ist zugepflastert mit uralten Betonbauten und Firmenhochhäusern. Die Fassaden sind lieblos, oft grau, heruntergekommen. In vielen Gegenden hat man das Gefühl, gleich von hinten überfallen zu werden. Außer einem schmalen Streifen an der Saar und dem Deutsch-Französischen Garten gibt es in der ganzen Stadt keine Parks oder Grünanlagen. Gerade im Herbst fällt das extrem auf, weil es nirgendwo Rückzugsorte zur Entspannung gibt. Es gibt zwar oben auf einem Berg einen kleinen Tierpark mit Wald, aber das zählt nicht, weil es sehr außerhalb liegt. Saarbrücken ist sehr finster und verwinkelt. Viele Hochhäuser beginnen erst im 1.Stock, sodass zum Gehweg große weite, und abends sehr zwielichtige Betonflächen und -räume bleiben. Die Autobahnbrücke aus hellgrauem Beton, über die ich abends im Dunkeln und bei Wind und Wetter nach Alt-Saarbrücken heimlaufe, ist auf dem Gehweg gar nicht beleuchtet, nur an der Fahrbahn. Daneben liegt eine Art Park mit einem künstlichen See und einer Halfpipe. Rundherum sind stark verwinkelte, überwucherte Pfade, enge Durchgänge, eine Art Labyrinth aus Büschen. In diesem Park hängen nur seltsame Leute rum.

Die Stadtautobahn ist ein großes Problem. Sie ist laut, gefährlich und: potthässlich. Sie macht das eigentliche Stadtbild am Fluss kaputt. Es gibt drei Brücken, deren Pfeiler direkt am Saarufer stehen. Eigentlich wollte ich längst wieder anfangen zu Laufen, aber der erste Versuch hat mich schon ernüchtert. Es gibt keine schönen Gehwege an der Saar. Keine Cafés. Keine Promenade, kein Leben. Hilflos gepflanzte Büsche und Bäume haben alles verwuchert, wenn man in die eine Richtung läuft, kommt man in ein zwielichtiges Viertel von Malstadt, einem sozial schwachen und in den Lokalnachrichten oft vertretenen Stadtteil. Die Ufer sind nur schwach beleuchtet. Denkt euch eine Hinterhofsituation mitten in Köln oder Berlin, weit ab von jeglichem Nachtleben: so fühlt man sich. In die andere Richtung ist es auch nicht wirklich schön, man läuft an kalten Betonwänden vorbei, an Pfeilern und Wegen voller Taubenkot, und immer die laute Stadtautobahn im Ohr. Nur am Staden, mit dem Fahrrad etwa 15 Minuten, ist es schön. Man sieht normale, schöne Häuser, viele Villen, aber die Wiesen sind gepflegt, Bewohner bepflanzen ihre Beete, es gibt kleine Cafés in alten Backsteinhäuschen mit Biergartentischen und -bänken. Ein großer, belebter Spielplatz. Fährt man ein Stück weiter, beginnt allerdings schon wieder die triste Betoneinöde. Egal in welche Richtung man mit dem Fahrrad an der Saar fährt: irgendwann landet man wieder in großen, verlassenen Gewerbegebieten.

Die Saarbrücker sind nicht stolz auf ihren Fluss. Nie sehe ich Menschen an der Reling der Brücken lehnen und lächeln. Gerade wurde die neu gestaltete Berliner Promenade fertig gestellt, mit Bänken zum Verweilen. Wie alles übrige ist sie eher kühl und detaillos. Man hat ein bisschen das Gefühl, die Saarbrücker trauen sich gar nicht, sich zu entspannen. Ab und an sieht man an den wenigen Bänken an der Saar alte Ehepaare. Aber man fühlt sich hier nicht wohl. Die Saar ist kein schöner Fluss, aber es ist einer. Die Stadt hat bisher nichts dafür getan, es dort schön zu machen.

Das, was die Touristen bei einer Stadtführung zu sehen bekommen, sind die einzigen schönen Ecken: das Staatstheater, die Ludwigskirche, das Viertel rund um das Schloss mit seinen Schlosskellern und seiner französischen Rennaissance-Architektur, ganz in weiß, prunkvoll, mit Stuckdecken. Den Neubaugebieten mit renovierten Fassaden und hohen Mieten. Den St. Johanner Markt, der immer belebt ist, ein Brunnen im gleichen Stil plätschert vor sich hin, hier und um die Ecke an der Mainzer Straße findet das Nachtleben statt, mit vielen Bars und Cafés. Ich las neulich in der Saarbrücker Zeitung, Touristen würden das schöne Stadtbild so loben. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Fast jeden zweiten Tag, wenn ich aus Trier von der FH heimkomme, gibt es eine Massenschlägerei oder Unruhen am Bahnhof, wo jeden Tag bis zu 40 Obdachlose und Alkoholiker rumhängen. Ich würde mich niemals (!!!) trauen, ohne meinen Freund spätabends alleine zum Bahnhof zu gehen. Die Polizei greift selten ein, wartet oft nur ab. Man fühlt sich am Bahnhof wirklich nicht wohl. Gefühlte 80% der Menschen in Saarbrücken sind Raucher. Wenn ich morgens aus dem Bus am Bahnhof aussteige, muss ich die Luft anhalten, weil es nirgendwo nicht nach Qualm stinkt oder mir jemand selbigen ins Gesicht pustet.

Am wenigsten komme ich mit den Menschen klar. Man merkt hier stark die sozialen Unterschiede. Überall „hängen“ Leute rum, Schüler sitzen schon mittags mit Bier im Zug oder am Bahnhof. Alle sind irgendwie misstrauisch und wollen nichts mit anderen zu tun haben.

Mir fehlt hier der Charme. Ruheorte. Vor allem Natur und Parks. Eine schöne Laufstrecke mit freigeschnittenen Büschen und offenen Flächen, sodass man keine Panik bekommt. Bänke an der Saar. Liebe zum Detail. Mehr Gründerzeit, weniger Beton. Mir fehlt hier aber auch eine Verbesserung und Aufwertung der Stadtteile. Hier in ganz Alt-Saarbrücken gibt es keine Bäckerei. Wenn man alle 500 Meter eine gewohnt ist, ist das schon seltsam. Die einzigen „Geschäfte“ hier sind Tankstellen, Autowaschbetriebe, Schülerkioske oder Matratzenläden. Alle wichtigen Geschäfte konzentrieren sich auf die Einkaufsstraßen am Hauptbahnhof.

Was mir auch fehlt, sind die Freizeit- und Kulturangebote, wie große Stadt- und Straßenfeste, Handwerker-Märkte und Gewerbeschauen, Feste für Kinder. Aktionen, die Stimmung bringen und gute Laune. Auch bei meinen ersten Besuchen im Coworking bestätigte man mir das Gefühl, dass es in Saarbrücken keine richtige digitale Szene gebe. Technischer Fortschritt und das Internet sind hier im gesamten Saarland noch nicht wirklich angekommen. Ich werde immer angestarrt wenn ich mein Macbook im Café auspacke. Free Wifi? Außer im Starbucks Fehlanzeige. Das ÖPNV-Tarifsystem ist eine Katastrophe (für alles muss man draufzahlen, es gibt keine Tickets für Wenigfahrer oder Anschlusstickets für Studenten, die in anderen Städten studieren, nur um morgens früh 4 Stationen zwischen Zuhause und Bahnhof zu fahren soll ich 42 Euro im Monat zahlen), ohne das Vorzeigen seines Tickets kommt man hier gar nicht erst in einen Bus, und beim Kaufen eines Tickets überprüfen die Fahrer akribisch, ob man sich denn nicht vertan hat. Das alles spielt meiner Meinung nach in die Atmosphäre einer Stadt rein.

Ich habe das Gefühl, die Stadt hat sich einfach nie gefunden. Identifiziert sich nicht. Hat kein einheitliches Bild.

Puh.

Natürlich weiß auch ich, dass der Herbst ein denkbar schlechter Zeitpunkt ist, um eine Stadt kennenzulernen. Aber das, was ich bis jetzt erlebt habe, hat mich nicht sonderlich überzeugt.

Ich musste das jetzt mal rauslassen, denn ich verwende sehr sehr viel Kraft darauf, mich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Endloser Optimismus und so. Nicht immer ist alles schön und toll und gut.

Am liebsten möchte ich aufspringen, mich bei der Bürgermeisterin beschweren, dann ein neues CI für die Stadt erstellen, städtebauliche und kulturelle Vorschläge machen und die Stadt vergrünen. Und eine Digital Media Women-Gruppe gründen, damit ich nicht mehr wie ein Affe angeschaut werde, wenn ich von Twitter und Facebook rede.

Und ich weiß jetzt Bonn wirklich zu schätzen. Du Schöne <3

Saarbrücken, tu was!!!

18 Kommentare

  1. Das stimmt alles im Großen und Ganzen, aber 40 Obdachlose am Bahnhof? Wie geht das denn? Da sind drei Stammgäste, aber einen Auflauf von 40 Personen habe ich noch nie gesehen und ich gehe da fast jeden Tag durch.

    Gruß, Alex.

  2. Bezug Laufen:
    Was ist mit dem Leinpfad an der Saar? Wenn ich ueber die 620 fahre, sehe ich da immer Laeufer.

    Gruss
    Michael

  3. Alle, die aus „richtigen“ Großstädten kommen, lachen über Bonn. Wir werden doch von Kölnern, D`dorfern etc. nur bemitleidet und leiden auch manchmal ein klein wenig darunter, obwohl wir insgeheim Bonn genau deshalb schätzen, weil es kleiner und kuscheliger ist.

    Mich schockiert aber das, was du über Saarbrücken schreibst. Es tut mir so leid und ich erlebe dich als sehr positiven Menschen. Bisher tauchte Saarbrücken noch gar nicht in meiner Wahrnehmung auf. Schlägereien, viele rauchende Menschen, kein Internetbewußtsein und no CI für die Stadt hatte ich da eher nicht auf dem Plan 🙁

  4. @Alex: ich habe geschrieben „bis zu 40“. Vermutlich bist du dann zu anderen Zeiten am Hbf als ich, denn ich sehe oft sehr große Gruppen dort. Ich hab auch nichts dagegen dass die dort rumhängen, aber oft gibt es Ärger und Streitereien und manchmal ist es sehr unheimlich.

    @mizech: am Leinpfad waren wir (laut Google Maps Großblittersdorf) vorgestern lustigerweise, und da ist es superschön! War auch ganz neidisch auf die Läufer. Aber zum täglichen Laufen ist das zu weit, ich fang ja grade erst wieder an. Ich habe grade die „Insel“ am Staden entdeckt und werde wohl ab demnächst ab dort und dann unten über die Brücke und auf der anderen Seite laufen. Aber alle anderen Strecken sind im Herbst und Winter viel zu schlecht beleuchtet und besucht, das ist mir zu gruselig dort.

    @Karin: Interessanterweise habe ich immer nur das Gegenteil gehört, alle Leute die ich aus Köln kannte hatten immer im Hinterkopf, mal nach Bonn zu ziehen, weil es dort schöner ist.

    Ich muss aber nochmal ein bisschen relativieren: es ist nicht immer so krass wie ich es beschrieben habe. Viele Tage hier sind auch sehr schön, wenn man weiß, wo es schöne Orte gibt. Es ist aber mein allgemeiner erster Eindruck, der sich an dunklen Herbsttagen extrem verstärkt. Ich kenne es aus Bonn nicht, in einer Stadt „Angst“ zu haben oder mich unwohl zu fühlen, ohne es zuordnen zu können. Und das Gefühl habe ich hier sehr oft. Aber ich bin ja gerade erst hergezogen und werde das alles noch weiter erforschen 😉 meine gute Laune lass ich mir jedenfalls davon nicht nehmen!!

  5. Pingback: Follow Friday: Save the Pony. @ 1337core

  6. Dass es in Saarbrücken wenig Grünflächen gibt und dass die Stadtautobahn kein schöner Anblick ist, das stimmt, aber ansonsten kann ich der Darstellung der Stadt nicht zustimmen.
    Auch in Altsaarbrücken gibt es Bäckereien. Allen voran das Café Lollo mit dem legendären Butterkuchen.
    Ein kulturelles Angebot ist durchaus vorhanden. Allein zwei Berufsorchester sowie die ansässige Musikhochschule sorgen für reges musikalisches Treiben und auch die saarländische Jazzszene kann sich sehen lassen.
    Keine digitale Szene? Von wegen. Es gibt Webmontage, Twitterstammtisch, Barcamps und einiges mehr.
    Und Stadtfeste im Sommer sowieso.
    In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du all die schönen Seiten von Saarbrücken alsbald kennenlernst.

  7. Hallo Christiane,

    in einigen Punkten kann man dir vorbehaltlos zustimmen, bei ein paar Anmerkungen möchte ich dir aber gerne konstruktiv widersprechen 🙂

    Saarbrücken hat durchaus viele unschöne Ecken (der angesprochene Bürgerpark gehört da sicherlich genauso wie Malstatt dazu), aber du wirst wenige Landeshauptstädte finden, die so viel Grün im direkten Umland bieten. Dass das vielleicht kein Ersatz für eine Stadtwald wie z.B. die Eilenriede in Hannover ist, ist mir bewusst, aber wie gesagt, da geht schon was. Richtung Großblittersdorf ist schonmal eine gute Entdeckung. Das sollte (?) mit dem Semesterticket (für die Saarbahn) auch eigentlich gut und ohne Aufpreis erreichbar sein, oder? (ansonsten ist der ÖPNV-Tarifdschungel aber echt mit das mieseste was ich je gesehen habe, da stimme ich dir zu)

    Ansonsten: Keine Bäckereien in Alt-Saarbrücken? 😀 Lauf mal Richtung Marienschule und probier im Café Lolo den Butterkuchen 😉

    An Festen ist zu dieser Jahreszeit halt wirklich nicht viel, aber wenn du es bis zum nächsten Frühjahr/Sommer hier aushälst, solltest du dir das Altstadt- und das Nauwieser-Viertel-Fest, die „Sonntags ans Schloss“-Reihe, das Fest in der Mainzerstraße und (mit Abstrichen) das Saarspektakel mal vormerken.
    Am Staden ist dann auch immer viel los und irgendwann stört einen auch die A620 nicht mehr 🙂

    Gruß

  8. Bezüglich digitaler Szene will ich gerne hinzufügen, dass sich mittlerweile auch weitere Gruppen etablieren.

    So traf sich gestern (Donnerstag) die JAVA User Group und am Sonntag (sowie jeweils den 27ten) trifft sich der Blogger Gruppe Saar in den Räumen des Hackerspace in Saarbrücken Malstatt.

    In der Web 2.0 Gruppe auf Facebook formiert sich zur Zeit eine Gruppe von Webworkern, die sich auch regelmäßig treffen wollen: https://www.facebook.com/groups/194210357271633/permalink/752599541432709/
    Zudem findest du in dieser Gruppe auch regelmäßig die Informationen zu Treffen rund um die digitale Szene in Saarbrücken/Saarland.

    Vielleicht sieht man sich bei einer dieser Gelegenheiten mal 😉
    Gruß
    Kevin

  9. Erst mal: Dafür dass du erst einen Monat hier wohnst hast du dir aber schon eine detaillierte, negative Meinung gebildet.

    Wenn du willst, schau dir doch mal folgende Links an, einmal die Seite des Twitterstammtisch Saar
    https://www.facebook.com/twista.saar

    und einmal der Twitter-Account der Saarblogger.
    https://twitter.com/SaarBlogger

    Beides nur eines der vielen Beispiele dafür dass Saarbrücken durchaus eine rege Internetszene besitzt.

    Du kannst gerne mal vorbeischauen, dort triffst du auf Menschen die dir mal das richtige Saarbrücken zeigen, dauert aber länger als einen Monat um alles zu sehen.

    Von den Stadt- und Straßenfesten die du ansprichst, was erwartest du in einem Monat, vor allem im Herbst, zu sehen? Im Sommer ist hier jedes Wochende irgendwo anders was los, da findest du dann auch die angesprochene Kulturszene. Die, wie ich finde, hier in mehr als ausreichendem Maße vertreten ist, sowohl im Bereich Theater als auch Musik etc. Wenn du selbst ein Instrument spielst kann ich dir gerne mehrere Adressen geben, wo du dich einbringen kannst, sowohl in diversen Orchestern als auch in Bands oder Chören.

    Zu den Grünflächen die du ansprichst, es gibt hier sehr wohl mehr als einen Park. Und das Grüne um Saarbrücken herum, das ist der Wald, da kann man durchaus auch zur Erholung hingehen. Ist sowieso schöner als ein künstlich angelegter Park.

    Die Saarbrücker und die Saarländer allgemein sind, wenn man sie est mal kennenlernt, ein nettes Völkchen, sofern man sich traut einfach auf die Mensch zuzugehen. Wie genau merkst du die sozialen Unterschiede, wie du es nennst? Das würde ich gerne verstehen…

    Naja, ich könnte noch einige Punkte anbringen, die mich über deinen Blog den Kopf schütteln lassen. Aber am meisten stört es mich eben dass man nach einem Monat, nachdem man frisch hierher gezogen ist, meint sich so eine Meinung über eine Stadt und seine Bewohner bilden zu können.
    Da will ich dich dann auch mal zitieren: „Ich war hier ein, zwei Mal in der City shoppen, aber nie lang genug unterwegs, um den wahren Charakter dieser Stadt kennen zu lernen.“

    Denn dieses Zitat beschreibt genau was dein Problem ist. 🙂

  10. Hallo Christiane,
    schade, dass Du Saarbrücken so siehst.
    vielleicht kennst noch zu wenige „Einheimische“ die Dir unsere schöne Stadt zeigen könnten.
    Halte durch, Du findest bestimmt nicht ein paar schöne Flecken.

  11. Hallo Christiane,

    schade, dass Du unserer schönen Stadt noch nicht so viel positives abgewinnen konntest. Vielleicht solltest Du Dir fürs Laufen und Radfahren mal die Wälder in und um Saarbrücken anschauen, da gibts wirklich viele schöne Ecken (Saarkohlewald oder Spicherer Höhe zum Beispiel). In der Touristen-Info im Rathaus gibts da auch viele gratis Karten. Eine hübsche Ecke der Stadt ist mittlerweile auch der Bereich um das Silo an der Ostspange. Bäckereien gibt es z.B. im Nauwieser-Viertel die ein oder andere. Wenn Du gerne leckeren Butterkuchen isst, wäre auf der anderen Saarseite das Café Lolo zu empfehlen.
    Wenn ich das richtig sehe, ist die digitale Community in SB auch sehr aktiv, Anlaufstellen wären da vielleicht:

    @saarbotschaft, #webmosa

    Jens

  12. Ich bin einmal auf besagter Stadtautobahn durch Saarbrücken gefahren und fand es auch nicht wirklich schön, hab mich da aber an die Geschichte der Stadt erinnert und gedacht, dass sie es auch wirklich nicht leicht hatte, schön zu werden.

    Man kann fast jeder Stadt was Gutes und was Schlechtes abgewinnen. Meiner Erfahrung nach hängt das sehr stark von den Menschen ab, die man kennenlernt und davon, wie schnell man Freunde findet. Ich hab mich in Bonn vom ersten Tag an heimisch gefühlt, weil ich wegen dem Studium auch sehr schnell mit den Leuten in Kontakt kam. Einen meiner besten Freunde habe ich praktisch gleich am ersten Tag kennengelernt und wir sind Freunde bis heute.

    Auf den ersten Eindruck ist Bonn aber auch nicht schön. 😉 Komm mal mit dem Flughafenbus am Busbahnhof an, stoß dort auf die 40 schrägen Gestalten, die dort täglich lungern und sich kloppen, bewundere die „malerische“ Südüberbauung dahinter und du willst gleich wieder weg. Jedes Mal, wenn ich mit dem 610 Richtung Dransdorf zum Training fahre, sind irgendwelche Vollasis im Bus, die am liebsten eine Schlägerei anzetteln würden. Angst habe ich da nicht, aber ich fühle mich unwohl. Klar, Bonn finde ich insgesamt wunderschön, aber wenn ich hier nicht meine Leute hätte, sähe das vielleicht auch ganz anders aus. Gib Saarbrücken ne Chance!

  13. Das ist aber schade :/
    Ich arbeite seit 10 Wochen in sb und habe eigentlich einen guten Eindruck. Jeden Tag entdecke ich neue schöne Ecken und die Leute find ich alle nett.

    Am Bahnhof ist mir noch nichts aufgefallen, komme aber immer zur gleichen Zeit an und fahre auch abends zurück.

    Ich arbeite bei einer Internet start-up Firma und bekam natürlich nicht mit, dass viele Leute keine Ahnung vom Internet haben :D.

  14. Wärst du doch nicht weg gegangen. Das Rheinland vermisst dich…

  15. Schade, dass du über Saarbrücken so denkst. Wie sieht es denn jetzt nach 3 Monaten für dich aus? Aber mit deinem tristen Viertel hast du schon recht, bin dort auf die Marienschule gegangen und ein schönes Fleckchen muss man dort schon länger suchen. Aber hey, wenn du mal Lust hast Saarbrücken aus der Sicht eines 17 Jährigen Saarbrückers (kein rauchender, vorm Bahnhof rummhängender Krawallmacher 😀 ) kennen zu lernen kannst du ruhig Bescheid sagen :D. Es gibt wirklich schöne Orte und Hinterhofcaffés mitten in der Stadt. Total viele schöne charakteristische kleine Kneipen und man kann wirklich überall gut essen, wo ein Karlsberg-Brauerei oder Bruch-Brauerei-Schild dranhängt. Falls du Saarbrücken mal von oben sehen möchtest begib dich mal aufs P5 (die oberste Etage, des Karstadtparkhauses, im Auzug einfach p5 drücken.)

  16. Hallo Max,
    danke für deinen Kommentar 🙂

    Leider hat sich meine Sicht nach jetzt fünf Monaten nicht sehr viel geändert. Ich bin 80% der Woche in Trier mit meinem Studium beschäftigt (wo ich sehr viele Freunde habe) und kenne in Saarbrücken außer meinem Freund so gut wie niemanden, daher ist es zeitlich sehr schwer, neue Leute kennen zu lernen.

    Natürlich gibt es in Saarbrücken schöne Orte, und wir waren auch schon in sehr netten Cafés, in der Burgerei, am Schloss etc., aber mir fehlt dort einfach die Abwechslung für den (stressigen) Alltag. Es ist schwer zu erklären. Für mich macht in einer Stadt die Architektur und Beleuchtung sehr viel aus, und außer am Johanner Markt und am Schloss fühle ich mich einfach nicht wohl hier.

    In Trier dagegen gibt es überall historische Häuser und Bauwerke, wie ich es aus Bonn kenne. Straßen sind liebevoll bepflanzt, es gibt, jetzt auch kürzlich zur Weihnachtszeit, überall kleine Gassen mit schöner Beleuchtung.

    In Bonn haben wir extrem viel Grün direkt in der Stadt, die gesamte Poppelsdorfer Allee-Wiese vom Schloss zum Hbf, die Uni-Wiese, der Alte Zoll und die Promenade am Rhein von Graurheindorf bis Königswinter, das Messdorfer Feld, die 10-Minuten-entfernten Siegauen mit vielen Radwegen und verwucherten Wäldchen und großen, weiten Feldern zum Wandern, der Venusberg, die Rheinaue. Wir haben kleine Strände am Wasser und flache Uferflächen. Das sind alles Orte die man auch im Winter besuchen und mal abschalten kann. Wenn ich hier abschalten möchte, habe ich den Wald (nicht mit dem Fahrrad zu erreichen, und wir haben kein Auto/Busticket) und den Deutsch-Französischen Garten, das wars dann aber auch.

    Wenn man so viel arbeitet wie ich braucht man eine intakte Umgebung zum Entspannen, die fußläufig erreichbar ist. An der Saar ist es zwar ganz nett, aber man hört ständig die Autobahn, es gibt keine Cafés direkt am Wasser, es gibt keine ordentlichen Radfahrwege (man muss hier oft die Saarseite wechseln, weil Radwege einfach enden, zB an den Saarterrassen, viele Wege sind dunkel und zugewachsen (Malstatt), als wir nach Frankreich gefahren sind gab es auf einer Strecke von 2 Stunden entlang von Güdingen nur eine Gaststätte, und die Wege sind gesäumt mit Betonufern und Gewerbegebieten).

    Ich empfinde die Innenstadt als unheimlich stressig und laut. Die Menschenmengen konzentrieren sich auf eine große, lange Straße, daher vermeide ich das so gut es geht und kaufe lieber in den Seitenstraßen (Cecilienstraße) ein.

    Mir fehlen vor allem WLan-Cafés mit Steckdosen, wo ich ungestört arbeiten kann, wobei ich noch nicht im Hackerspace war. Das muss ich unbedingt nachholen.

    In wievielen anderen Städten hast du schon gelebt? Ich in 3, und pendele viel nach Hamburg und Berlin. Daher denke ich habe ich durchaus das Recht darauf, diese Stadt nicht so schön zu finden 😉 Ich sehe hier so viel Potenzial! Zum Beispiel der neu gemachte Rabbiner-Rülf-Platz! Die Promenade unten empfinde ich durch den Stein dagegen als kalt und lieblos.

    Wo finde ich denn diese Hinterhofcafés? Magst du mir mal Namen nennen? Der Tipp mit dem Parkhausdach klingt allerdings toll, ich denke ich schnapp mir mal meine Kamera und begebe mich dahin 😉

  17. Anm. d. Autorin: Beleidigende und trollenden Kommentare werden in diesem Blog nicht geduldet. Ich habe einen entsprechenden Kommentar entfernt.

    Allen anderen danke ich für die konstruktiven Beiträge und Tipps 🙂

Kommentare sind geschlossen.