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Die Wissenschaftlerin in mir.

Ich schreibe diesen Post jetzt ganz schnell auf, solange die Begeisterung noch so groß ist. Heute war ich nämlich in Köln am Schokoladenmuseum beim AWI Polarcamp. Das AWI ist das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Im Polarcamp wird die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Arktis und Antarktis vorgestellt und lebhaft erfahrbar gemacht. Das Camp tourt derzeit durch ganz Deutschland und macht noch in Wiesbaden, Stuttgart und München Halt. Und so wie alles rund um die Forschung begeistert mich auch die Polar- und Meeresforschung. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als Raumfahrt. Ich wollte nämlich vor elf Jahren eigentlich Meeresbiologin werden.

Ich bin es nicht geworden, weil mir weibliche Vorbilder und Mentoren gefehlt haben, aber auch, weil immer noch in viel zu wenig Schulen auf eine MINT-Karriere vorbereitet wird. Meine Schule war schon eine sehr gute, und trotzdem hat mich damals niemand gefragt, was ich eigentlich mal werden möchte. Oder mir erklärt, dass ich lerne, damit ich später mal das machen kann, was mir Spaß macht. Und so kam es, dass ich nur mit Ach und Krach das Mathe-Abi schaffte. Doch das fehlende Wissen brach mir im Biologie-Studium dann das Genick. Ich hatte es trotz schlechter Abschlussnote zu einem der begehrten Plätze nach Kiel an die CAU geschafft. Dort studierte ich 2 Jahre lang. Und verließ die Uni schließlich, weil ich aufgrund von gesundheitlichen Problemen und dem fehlenden Mathewissen nicht mehr mithalten konnte. Bis heute wurmt mich das und ich vermisse die Wissenschaft. Und so kommt es, dass ich mich von einem Spacecamp zur nächsten Sternenwarte und von einer Polarausstellung bis zur nächsten Forschungsschiff-Besichtigung bewege, um wenigstens ein wenig an all dem teilzuhaben. Meine Bachelorarbeit in Intermedia Design habe ich über Wissenschaftskommunikation geschrieben und eine Raumfahrt-App entwickelt, und auch das AWI hat dort einen eigenen Abschnitt. Bei mir ist alles miteinander verbunden, entangled. Für mich gibt es nicht entweder oder. Für mich hat alles miteinander zu tun.

Heute durfte ich mir ein Scott-Zelt, benannt nach dem britischen Polarforscher Robert Falcon Scott, anschauen, einen Außenexkursions-Container mit seinen 6 Schlafkajüten und eigener Küche bestaunen (die Toilette ist ein Eimer im separaten Zelt und steht draußen), Polarforscherkleidung anprobieren und zum Schluss sogar mit einer Oculus Rift über das Schelfeis der Antarktis laufen, die Kaiserpinguine dort beobachten, an einer Schelfeiskante stehen, mit einem Motor-Schlitten fahren und auf der Station beobachten, wie bei tosendem Wind ein Wetterballon steigen gelassen wird. Dazwischen habe ich mich mit all den tollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterhalten. Das tat so gut <3 Zu Beginn gab es eine Live-Schalte zu den Forschern auf der Neumayer II-Station in der Antarktis, und man konnte ihnen Fragen stellen wie „Was gab es heute zu Mittag?“ oder „Was begeistert Sie am meisten?“ und „Wie bereitet man sich auf die Einsamkeit vor?“. Superspannend! Am besten fand ich die Berichte zur Vorbereitung auf die Überwinterung. Man muss nämlich sechs Monate vor der Reise verschiedene Übungen durchlaufen, wie beispielsweise eine Person aus einer Gletscherspalte in den Alpen bergen oder auf einem Schiff Feuer (echtes!!) bekämpfen. Und schön fand ich auch den Hinweis, dass man als Besucher der Station „mit sich selbst zufrieden und im Reinen“ sein muss, um dort zurecht zu kommen, mit den anderen und der Einsamkeit, der Abgeschnittenheit. Bis zu 50 Personen halten sich auf der Station auf, manchmal sind es aber auch weniger. Und auch an „Feiertagen“ muss man raus und Messungen kontrollieren oder Messgeräte reinigen.

Für mich ist das alles immer wie nach Hause kommen. Und ich weiß, dass ich das alles tatsächlich sehr gerne und vermutlich auch sehr gut gemacht hätte. Wäre nur Mathe nicht gewesen. Ich möchte in Zukunft gerne etwas schaffen, zum Beispiel ein Mentorenprogramm, mit dem ich Mädchen fördern kann, in die IT oder die Naturwissenschaften zu gehen. Ich möchte gerne etwas zurückgeben und anderen helfen, die es auch nicht so leicht hatten und haben. Das ist mir wichtig.

Bis es so weit ist besuche ich einfach noch einige Wissenschaftscamps und Veranstaltungen rund um Astronomie, Raumfahrttechnik, IT, Forschung, Biologie. Der Traum, das Studium nochmal zu beginnen und in die Forschung zu gehen ist geblieben. Was mir fehlt ist Zeit. Zeit, um nach einer weiteren langen Ausbildung das Gelernte anwenden zu können. Das hat nämlich auch viel mit Glück zu tun, den richtigen Arbeitgeber und -platz zu finden.

Viele, denen ich von meinem Traum erzähle, fragen als erstes, was denn Design und Kommunikation mit Wissenschaft zu tun haben und wie es sein kann, dass ich sowohl das eine als auch das andere liebe. Für mich ist das eine unnötige Frage, denn ich habe keine Antwort darauf. Für mich gehörte das schon immer zusammen. Und ich hätte mir gewünscht dass mir damals in der Schule jemand gesagt hätte, dass ich alles werden kann. Sogar gleichzeitig. Und hintereinander. Man hat nur dieses eine Leben, warum soll man es denn nur mit einer Leidenschaft verbringen?

Hier noch einige Eindrücke vom heutigen Tag:

 

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Die Bedeutung von Yoga in meinem Leben.

Zum Yoga kam ich durch einen Zufall. Ich hatte mich schon immer dafür interessiert, aber ich hatte – wie viele von euch sicher auch – eine völlig falsche und verquere Vorstellung davon, was Yoga eigentlich ist. Im Alltag wird Yoga immer mit sehr komplexen, schwer vorstellbaren Körperhaltungen „vermarktet“. Jeder der diese sieht denkt sich automatisch, „das kriege ich mit meinem Körper nie hin!“. Und wendet sich ab.

Im Frühjahr 2015 bot eine Dame auf dem gerade erst gegründeten Barcamp Bonn eine Yoga-Session an. Und zwar „in voller Montur“, das heißt, niemand musste Schuhe oder sonst etwas ausziehen. Das war das erste, was mich verwunderte. Das zweite war, dass die Übungen gar nicht so schwer waren. Schwer zu halten, ja, manche, wenn man durch jahrelange Inaktivität sein Gleichgewichtsgefühl etwas verloren hat. Aber insgesamt waren es alles Übungen, die machbar sind. [Weiterlesen]

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Terrible Love.

Vor einigen Tagen sah ich einen bewegenden Film. Darin gibt es eine prägende Szene, die von dem Song „Terrible Love“ von The National begleitet wird. The National mag ich ja schon immer und diese Filmszene hat mich an das ganz großartige Album „High Violet“ von 2010 erinnert, das ich kurz nach Erscheinen wochenlang rauf und runter gehört habe. In „Terrible Love“ singt Matt Berninger:

It’s a terrible love that I’m walking with spiders
It’s a terrible love that I’m walking in
It’s a terrible love that I’m walking with spiders
It’s a terrible love that I’m walking in
It’s quiet company, it’s quiet company

Diese Zeilen mit Berninger’s tiefer, ausdrucksstarker Stimme erzeugen bei mir immer eine Gänsehaut, so wie viele seiner Songs.[Weiterlesen]

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Wie ich werde, obwohl ich schon bin.

Ich warte immer noch drauf, dass es passiert. Der große Knall. Der Graben. Es geht mir schon viel zu lange gut. Die Angst wird noch lange in mir wohnen. Niemand kann das so verstehen wie ich. Was ich gesehen und erlebt habe.

Wenn ich ins Büro gehe, habe ich Angst, dass jemand sagt, jetzt musst du gehen. Jedes Wort in jeder Konversation, ich überprüfe, hinterfrage mich, hast du jetzt das richtige gesagt, warst du zu unfreundlich, zu ungeduldig? Doch irgendwann werde ich müde zu überprüfen. Nur mal kurz loslassen. [Weiterlesen]

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Bonn und das Schwimmbad

Vor etwa drei Wochen bin ich meiner Bürgerpflicht nachgegangen und habe im ersten Bonner Bürgerentscheid abgestimmt. Es ging darum, ob das Bad Godesberger Kurfürstenbad wiedereröffnet und saniert werden soll. Man konnte mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen.

Man muss dazu wissen dass die Bädersituation in Bonn schon seit Jahren prekär ist. Es fehlt Geld für die Sanierung der alten aber sehr beliebten Bäder. Schon oft stand das Melbbad auf der Kippe, ein Freibad, ohne das ich mir Bonn gar nicht vorstellen könnte. Bonn geht es finanziell schlecht, aus vielen Gründen. [Weiterlesen]